
In der Schweiz stellen sich immer mehr Menschen kurz vor dem Ruhestand die Frage, wie sie ihr Kapital aus der 2. und 3. Säule am besten verwalten sollen. Soll es auf einem Sparkonto belassen werden, oder ist es sinnvoll, einen Teil davon zu investieren, um den Wert trotz Marktrisiken langfristig zu erhalten?
Um darüber zu sprechen, haben wir Mattia Scolaro, Director of Business Development & Wealth Advisory bei Alpian, der ersten digitalen Privatbank der Schweiz, getroffen. Er teilt seine Einschätzung zur Kapitalverwaltung im Ruhestand zwischen Vorsicht, Begleitung und kontrollierter Performance.
Über Mattia Scolaro
Mattia Scolaro trat Alpian vor dem Start der Bank im Jahr 2021 bei, nachdem er über zehn Jahre bei der Credit Suisse tätig war, wo er unter anderem als Kundenberater für die Klientel *Executives & Entrepreneurs* arbeitete.
Zudem ist er diplomierter Bankökonom ES, ein Titel, den er 2019 an der Kalaidos Fachhochschule erworben hat.
Was tun mit dem 2A-/3A-Kapital im Ruhestand? Die Einschätzung von Mattia Scolaro
Im Ruhestand beschränkt sich die Kapitalverwaltung nicht mehr nur auf dessen Erhalt. In einem Umfeld, das von Inflation, steigender Lebenserwartung und volatilen Märkten geprägt ist, fragen sich immer mehr Pensionierte, ob sie einen Teil ihres Kapitals investieren sollen.
Mattia Scolaro teilt seine Analyse dieser Entwicklung und erklärt, wie Alpian ihre Kundinnen und Kunden in dieser entscheidenden Phase begleitet.
Der Ruhestand wird heute als neue Phase der Vermögensverwaltung wahrgenommen. Wie zeigt sich diese Entwicklung im Verhalten Ihrer Kunden?
Wenn jemand in den Ruhestand eintritt, stellt sich vor allem eine zentrale Frage: „Wie verwalte ich mein Vermögen, um den gewünschten Lebensstandard zu halten?“ Diese Phase wird häufig mit dem Verbrauch von Kapital in Verbindung gebracht. Für viele ist es jedoch entscheidend, das Kapital möglichst lange zu erhalten, um ruhig zu leben und Vermögen an kommende Generationen weiterzugeben.
Für viele Pensionierte ist es zudem die erste Erfahrung im Umgang mit so grossen Geldbeträgen. Das kann insbesondere bei fehlendem Finanzwissen zu Unsicherheit führen. Laut einer Studie der Hochschule Luzern verfügt ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung nicht über ausreichende Kenntnisse zur Altersvorsorge. Deshalb spielen unsere Beraterinnen und Berater eine zentrale Rolle in dieser Übergangsphase, indem sie passende Anlagelösungen anbieten und die Kunden bei ihren Entscheidungen begleiten.
Immer mehr Pensionierte entscheiden sich, nicht ihr gesamtes 2A- oder 3A-Kapital auf einem Sparkonto zu belassen, sondern einen Teil davon zu investieren. Wie interpretieren Sie diesen Trend?
Dieser Trend ist teilweise durch das aktuelle Zinsumfeld erklärbar, spiegelt aber vor allem eine finanzwirtschaftlich logische Überlegung wider. In der Schweiz legen rund 35 % der Personen, die ihr Pensionskapital beziehen, dieses auf einem Privat- oder Sparkonto an. Dadurch ist ihr Vermögen einem Wertverlust ausgesetzt, sobald die Inflation höher ist als der Zinsertrag. Mit anderen Worten entsteht ein erheblicher Opportunitätsverlust.
Bei Alpian fördern wir einen proaktiveren Ansatz: Sobald der Betrag für die kurzfristigen Bedürfnisse definiert ist, kann es sinnvoll sein, den übrigen Teil unter Berücksichtigung des verfügbaren Anlagehorizonts zu investieren. Je länger dieser Horizont ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, eine bessere Rendite als auf einem reinen Sparkonto zu erzielen.
Was sind die wichtigsten Beweggründe, warum diese Pensionierten einen Teil ihres Kapitals nach dem Ruhestand investieren?
Mehrere Motive spielen zusammen. An erster Stelle steht der Schutz vor Inflation, die die Kaufkraft von nicht investiertem Kapital rasch schmälern kann. Im aktuellen Umfeld ist dieser Punkt besonders zentral.
Ein weiterer Beweggrund ist die Suche nach einem zusätzlichen Einkommen, um den Lebensstandard langfristig zu sichern – insbesondere in einem Umfeld, in dem Renten und Zinserträge nicht immer ausreichen, um die steigenden Lebenshaltungskosten auszugleichen.
Schliesslich gibt es eine Dimension der Kontinuität: Personen, die auch nach dem Ruhestand investieren, sind häufig bereits mit den Finanzmärkten vertraut oder werden von Fachleuten begleitet. Für sie ist das Investieren nach 65 keine Zäsur, sondern die Fortsetzung einer durchdachten Vermögensstrategie.
Dies unterstreicht die Bedeutung einer fundierten Beratung: Wer nicht über das notwendige Wissen oder die Zeit verfügt, sollte sich auf einen Experten stützen, um Fehler zu vermeiden.
Welche Risiken treten umgekehrt am häufigsten auf, wenn Pensionierte ohne professionelle Begleitung investieren?
Das grösste Risiko besteht darin, die Strategie und den investierten Betrag falsch zu bemessen. Wenn in einer Marktbaisse plötzlich Liquidität benötigt wird, kann dies dazu führen, dass Vermögenswerte zum ungünstigsten Zeitpunkt verkauft werden – mit entsprechend hohen Verlusten.
Ein weiterer häufiger Fehler ist es, die Anlagestrategie als statisch zu betrachten. Eine zu Beginn definierte Allokation muss sich an veränderte Lebenssituationen, Bedürfnisse und Ziele anpassen. Ohne professionelle Betreuung werden diese notwendigen Anpassungen leicht verpasst – insbesondere, wenn erstmals grössere Vermögensbeträge verwaltet werden.
„Wir helfen unseren Kunden zu verstehen, dass Nicht-Investieren genauso risikoreich sein kann wie falsch zu investieren – insbesondere in einem Umfeld anhaltender Inflation.“
Wie begleitet Alpian ihre Kunden konkret beim Übergang vom Sparen zum Investieren im Ruhestand?
Wir beginnen damit, gemeinsam mit den Kunden ihre Ziele und Bedürfnisse zu klären und anschliessend festzulegen, welcher Teil des Kapitals sicher investiert werden kann. Häufig erfolgt die erste Investition mit einem begrenzten Betrag, damit sich der Kunde mit der gewählten Lösung vertraut machen und Vertrauen aufbauen kann.
Dieser schrittweise Ansatz ist insbesondere für jene wichtig, die dazu neigen, ihr gesamtes Vermögen auf einem Privat- oder Sparkonto zu belassen. Wir helfen ihnen zu verstehen, dass Nicht-Investieren ebenso risikoreich sein kann wie eine falsche Anlageentscheidung – vor allem in einem Umfeld anhaltender Inflation.
Gibt es eine Regel, welcher Anteil des Kapitals im Ruhestand sinnvoll investiert werden sollte?
Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht, da jede Person unterschiedliche Bedürfnisse, Präferenzen und Ziele hat. Der investierbare Anteil hängt von vielen Faktoren ab: Gesamtvermögenssituation, Anlagehorizont, Risikotoleranz und Liquiditätsbedarf.
Sicher ist jedoch, dass ein individueller Ansatz unerlässlich ist. Und vor allem sollte vermieden werden, das gesamte Kapital auf einem Privatkonto liegen zu lassen, da es sich dort schleichend entwertet.
Verändert das aktuelle Umfeld – Inflation, höhere Zinsen, volatile Märkte – die Art, wie man im Ruhestand investieren sollte?
Die Strategie basiert in erster Linie auf den individuellen Kriterien jedes Kunden: Ziele, Anlagehorizont und Risikotoleranz. Das aktuelle wirtschaftliche Umfeld wird selbstverständlich von unserem Investmentteam berücksichtigt, um die Portfolios anzupassen – jedoch stets im Rahmen der gemeinsam mit dem Kunden definierten Strategie.
Dieses Gesamtumfeld führt dazu, dass wir noch stärker auf die Opportunitätskosten der Untätigkeit hinweisen und unsere Kunden für die Risiken des Nicht-Investierens sensibilisieren.
Welchen Rat würden Sie einer Person geben, die kurz davorsteht, ihr Vorsorgekapital zu beziehen und einen Teil davon vorsichtig investieren möchte?
Ein einfacher, aber wesentlicher Rat: Lassen Sie sich begleiten.
Ein Experte hilft dabei, eine Strategie zu definieren, die zu Ihrer persönlichen Situation, Ihren Zielen und Ihrer Risikotoleranz passt – um kostspielige Fehler zu vermeiden und Ihre finanzielle Zukunft abzusichern.
Wir arbeiten ein ganzes Leben lang, um Kapital aufzubauen. Umso wichtiger ist es, dass dieses mit derselben Sorgfalt verwaltet wird, mit der es aufgebaut wurde. Das ist die Mission von Alpian.
Fazit
Das Interview mit Mattia Scolaro macht eine zentrale Erkenntnis deutlich: Im Ruhestand ist es nicht zwingend die vorsichtigste Strategie, das Kapital nicht zu investieren. In einem Umfeld, das von Inflation und steigender Lebenserwartung geprägt ist, kann das Belassen des gesamten Vermögens auf einem Sparkonto zu einem schleichenden Verlust der Kaufkraft führen.
Der von Alpian vertretene Ansatz stützt sich auf drei Pfeiler: Finanzbildung, persönliche Begleitung und eine auf jedes Profil zugeschnittene Anlagestrategie. Eine Erinnerung daran, dass der Ruhestand nicht das Ende der Vermögensverwaltung ist, sondern oft der Beginn einer neuen, entscheidenden Phase.
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